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Autor: Margarete Schnieders-Milden

Jochgrimm 2024

„Oh, ist das aber schön!“ oder „Das war echt cool!“, konnte man während der Schneesportwoche in Jochgrimm öfter hören. Atemberaubende Naturerlebnisse – strahlend blauer Himmel, ein halber Meter Neuschnee, Schneesturm, schneebedeckte Berge und sternenklare Nächte – faszinierten Schülerinnen und Schüler wie Lehrkräfte gleichermaßen.

Zum inzwischen neunten Mal fuhren die Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe nach Jochgrimm in Italien, um dort Skifahren zu lernen. Nach dem gemeinsamen Frühstück um 8.00 Uhr stand Skiunterricht in leistungsdifferenzierten Gruppen auf dem Programm. Dabei stand das gemeinsame Sporttreiben im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler lernten schnell dazu und so wurde am Ende auch die Abfahrt vom Schwarz- und Weißhorn, den beiden Hausbergen bewältigt.

m Anschluss an das Abendessen um 18.00 Uhr fanden gesellige Abende mit Gesellschaftsspielen, Tischtennis oder Disko statt. Es wurde gemeinsam gespielt, gefeiert und neue Freundschaften zum achten Jahrgang des Hildegardis-Gymnasiums aus Bochum wurden geknüpft. Beeindruckend war auch die Fackelabfahrt der Bochumer am letzten Abend. Anschließend wurde das Restaurant zur Disco und alle tanzten bis in den späten Abend. Wunderbar!

Am Schluss waren sich alle einig: Diese Fahrt war einfach super!  

Klassentraining der Klassen 6

Am Montagmorgen vor den Osterferien in den Klassenräumen der 6A und 6B war irgendetwas anders. Statt der üblichen Sport- bzw. Erdkundestunde stand im Rahmen der Präventionswoche ein Klassentraining auf dem Programm. Jeweils zwei Teamer unseres Kooperationspartners Outlaw standen vor den Klassen. In der 6B waren auch Lisa und Rudi mit dabei, der unbedingt mit in den Sitzkreis wollte. Nach einigen Warm-up Spielen war klar: Heute geht es nicht um fremde Länder, unregelmäßige Verben oder Liegestütze, sondern um die Optimierung der Klassengemeinschaft. Eine der ersten Herausforderungen war das Klebestiftspiel: Wie schafft es eine kleine Gruppe den Klebestift möglichst weit jenseits einer Linie abzustellen, ohne den Boden zu berühren? Bei den akrobatischen Leistungen einiger Teams wäre Tom Cruise vor Neid erblasst -Mission possible! Im weiteren Verlauf des Vormittags arbeiteten die beiden Klassen an verschiedenen Themen und hatten einmal Zeit, ganz in Ruhe über ihre Klasse mit allen Stärken und … na ja, sagen wir, ihrem Verbesserungspotential zu sprechen.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Outlaw Team unter de Leitung von Andreas Raude.

MusicAward 2024 am Schlaun-Gymnasium

Eröffnet wurde der Abend von der Schulleiterin Frau Langenberg und Mitgliedern der SV, die die Veranstaltung organisiert hatte. Schülersprecher Max Pospiech und Schülersprecherin Lilly Reich (beide Q1) begrüßten die Anwesenden in der ausverkauften Schlaunhalle, wobei Max gleich den ersten musikalischen Beitrag mit einem Song, zu dem er sich selbst am Klavier begleitete, lieferte. Jüngere und Ältere stellten sich danach der Bewertung durch die gar nicht so strenge Jury und wurden mit begeistertem Applaus des Publikums für ihre Darbietungen belohnt. Dieses durfte in der Pause auch mit entscheiden, wer am Ende des Abends mit dem begehrten SchlaunMusicAward ausgezeichnet wurde. Das waren in diesem Jahr Levin Widera aus der 6B für sein virtuoses Klavierspiel, Quentin Lütke-Bohmert aus der 8A mit einem gefühlvoll vorgetragenen Song und die Siegerin Milana Lohvynenko aus der 5B für ihre schwungvolle Tanzdarbietung mit vielen akrobatischen Elementen.

Nach der Pause durften auch die beliebten Lehreracts nicht fehlen. Tanz und Gesang von Lehrerinnen und Lehrern verstärkt von Ostap aus dem 9B und Katie Bathgate aus der UMB animierten zum Mitklatschen und Mittanzen in der liebevoll geschmückten Schlaunhalle. Humorvoll und souverän leiteten Halaz aus der 9A und Julia aus der EF durch den Abend. Die BühnentechnikAG mit Herrn Reckmann sorgte in bewährter Art für den richtigen Sound und Lichteffekte.

Fazit: Ein rundum gelungener Abend in toller Atmosphäre! Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

Imperium der Illusionen

Auch in diesem Jahr arbeitete der KULT-Kurs des 9. Jahrgangs des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums wieder eng mit dem Theater Münster zusammen. Nachdem im vergangenen Jahr ein gemeinsames Konzert mit dem Sinfonieorchester stattgefunden hatte, kooperierte der KULT-Kurs unter der Leitung von Frau Leube in diesem Jahr mit dem künstlerischen Team des Musiktheaters, in diesem Fall mit dem kreativen Team der Jugendoper „Imperium der Illusionen“, welche in dieser Spielzeit am Theater Münster uraufgeführt wurde. Die Schülerinnen und Schüler des Kurses erstellten mit Unterstützung der Theaterpädagogin Sabine Kuhnert eine kreative Einführungsveranstaltung zu dieser Oper in Form einer Theaterproduktion und brachten diese für die Jahrgänge 7-9 am heutigen Montag erfolgreich auf die Bühne. Für die Theaterproduktion erstellten die Schülerinnen und Schüler kurze Kompositionen und Audio-Aufnahmen, führten Interviews mit den Mitarbeitenden des Theaters, lieferten Klangcollagen und Choreographien zum Thema „Schein und Sein“ im digitalen Zeitalter und weckten mit diesem Gesamtkunstwerk das Interesse für diese Oper bei ihren Mitschülerinnen und Mitschülern. Am Dienstag werden die Jahrgänge 7-9 des Schlauns gemeinsam die Oper besuchen.

Erasmustreffen in Belgien

Die belgische Schule Sancta Maria ist schon lange Europaschule, hat enge Kontakte zum Europaparlament in Brüssel und feiert diese Tage ihre Europawoche. 15 Schüler aus Italien und 13 Schüler von unserer Partnerschule Vitoria Pare aus Valencia feierten mit. Da zwischen Kasterlee und Münster nur 230 km liegen, hatten die spanischen Kollegen die glorreiche Idee, dass wir vom Schlaun-Gymnasium dazu stoßen, zumal dieses Jahr, der Spanienaustausch durch die deutlich gestiegenen Reisekosten leider nicht zustande kommt. Gemeinsam diskutierten wir über Fördermittel der EU und mögliche gemeinsame Projekte.

Fazit: ein gelungener Austausch, ein gelebtes Europa, das Hoffnung in diesen Zeiten macht!

Bewegendes Gedenken

“That’s what it’s all about – a life in peace and dignity.” Treffender hätte Tirza Galpaz das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern des Geschichtskurses (Q2) nicht zusammenfassen können. Gemeinsam mit ihrer Schwester Maya Waldeck und ihrer Cousine Ruth Stein sprach Tirza am Mittwochnachmittag über den Holocaust, das Über- und Weiterleben in ihrer Familie und die Bedeutung des Erinnerns. Tirza lebt heute in Israel. Ihr Vater, Erich Waldeck, besuchte von 1925 bis 1932 die Schlaun-Oberrealschule, das heutige Schlaun-Gymnasium. Am Schlaun hatte Erich Waldeck viele Freunde. Er wurde aber auch Opfer antisemitischer Diskriminierung. So rief ein damaliger Religionslehrer alle Schüler auf, sich von Erich und allen anderen Juden fernzuhalten. 1936 emigrierte Erich Waldeck nach Palästina. In Münster konnte er seine Ausbildung auf Grund der NS-Diktatur nicht beenden. Später lebte er in Montreal, wo er 2007 starb.

Der Zusatzkurs Geschichte hat sich intensiv mit dem Schicksal Erich Waldecks und seiner Familie befasst. In dem Videogespräch mit den Angehörigen wurde deutlich, wie stark die Entrechtung, Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden bis heute das Leben vieler Familien in der ganzen Welt beeinflusst und bewegt. Die Erinnerung an den Holocaust, ein historisch beispielloses Verbrechen, bekommt durch persönliche Erzählungen aus der Opferperspektive eine tiefe, ergreifende und persönliche Dimension. Auch lange nach dem Klingeln blieben die Schülerinnen und Schüler des Kurses noch im Gespräch. Sie werden für die ehemaligen jüdischen Schüler Erich Waldeck, Kurt Julius Goldstein und Erich Steinberg Gedenktafeln gestalten. Die Tafeln sollen im Schulgebäude angebracht werden. Zusätzlich sollen digitale Portraits hinterlegt werden, die die drei Schüler als Persönlichkeiten portraitieren.

Während Ruth Stein aus New York und Maya Waldeck aus Montreal zugeschaltet waren, muss Tirza Galpaz in Israel derzeit mit den Terrorangriffen der Hamas und dem Krieg in Gaza umgehen. Doch gerade weil ein Leben in Frieden und Würde gegenwärtig keine Selbstverständlichkeit mehr ist, waren sich alle Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer einig, dass eine Erinnerungskultur für Empathie und Verantwortung umso bedeutsamer ist.

Am Ende erzählte Ruth Stein eine ermutigende Geschichte. So habe ein Juwelier in Münster für ihre Großmutter Henny Waldeck Schmuckstücke verwahrt, um diese vor der Zwangsenteignung und „Arisierung“ durch die Nazis zu beschützen. In den 50er Jahren habe der Juwelier dann Gerda Waldeck, die Tochter von Henny und Mutter von Ruth Stein, ausfindig gemacht und ihr eine wertvolle Brosche in die USA zugesandt. Ruth berichtet, wie ihre Mutter die Brosche unter Tränen ausgepackt habe. Als damals 10jährige konnte Ruth die Emotionalität ihrer Mutter nicht verstehen. Im Gespräch mit dem Geschichtskurs kommen ihr heute selbst die Tränen. Bis in die Gegenwart hat die Brosche als persönlicher Gegenstand Henny Waldecks, die im Mai 1944 in Auschwitz starb, für die Familie Waldeck eine unermessliche Bedeutung.