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Autor: Franz-Josef Drewer-Gutland

Förderprogramm Erprobungsstufe

Zunächst bietet das  90-Minuten-Modell vielfältige Chancen, die Lernprozesse an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler anzupassen. Die 90-Minuten Stunden weisen neben der routinemäßigen Klärung organisatorischer Belange, der Überprüfung von Hausaufgaben etc. ein hohes Maß an effektiver Lernzeit auf. Sie geben uns somit den notwendigen Spielraum, Lernarrangements umzusetzen, mit denen sich eine wirklich differenzierte und individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler erzielen lässt. Dazu gehören Methoden wie das Stationenlernen, die Wochenplanarbeit oder das Tandem-Training, die viele Kinder bereits in der Grundschule kennenlernen. Dazu kommen viele fachspezifische Methoden etwa beim Vokabeltraining oder dem forschenden Lernen in den Naturwissenschaften, die die Kolleginnen und Kollegen im Rahmen des 90-Minuten Modells entwickelt haben, um den unterschiedlichen Lerntypen gerecht zu werden.

Wir bieten am Schlaun-Gymnasium ein umfangreiches Förderprogramm für Schülerinnen und Schüler an, die Probleme in einzelnen Hauptfächern haben. Diese Defizite werden jeweils nach den Herbstferien im Rahmen einer Erprobungsstufenkonferenz im Klassenteam besprochen. Betroffene Kinder und ihre Eltern erhalten dann zeitnah eine Empfehlung für die Teilnahme in einem oder in mehreren Förderkursen. Die Teilnahme an einem Förderkurs, der einmal pro Woche nachmittags in der Zeit von 14.00-15.30 Uhr stattfindet,  ist freiwillig.

In Kursen, die aus Kleingruppen mit maximal acht Kindern bestehen, werden die Defizite der Jungen und Mädchen gezielt angegangen. Die Förderkurse werden am Schlaun so organisiert, dass wir in den Hautfächern Deutsch, Englisch und Mathematik jahrgangsstufen- und meist sogar klassenspezifische Kurse anbieten. Erteilt wird der Förderunterricht in enger Absprache mit den Fachlehrerinnen und -lehrern durch Lehramtsstudentinnen und -studenten. Um eine stärkere Verbindlichkeit zu gewähren, erheben wir einen Elternbeitrag von € 3 pro Kursnachmittag. Die Organisation der Förderkurse erfolgt durch das Kreativhaus Münster und die Erprobungsstufenleiterin, Frau Meier-Kolthoff, sowie die Nachmittagskoordinatorin, Frau Dewenter.

Neben der Unterstützung der Schulleistung fördern wir unsere Schülerinnen und Schüler auch in ihren Begabungen. Im Nachmittagsbereich geschieht dies u.a. durch die verschiedenen AGen und Lernangebote. Besonders sprachbegabten Kindern ermöglichen wir die Teilnahme am Drehtürmodell.

Sprachenprofil

Am Schlaun-Gymnasium können Schülerinnen und Schüler folgende Sprachen erlernen:

  • Englisch als Klasse 5
  • Französisch ab Klasse 7 und 9
  • Latein ab Klasse 7 und 9
  • Spanisch ab Klasse 7 und 11 (EF)
  • Italienisch ab Klasse 11 (EF) in Kooperation mit dem Ratsgymnasium
  • Niederländisch ab Klasse 11 (EF) in Kooperation mit dem Schillergymnasium
  • Griechisch und Latein ab Klasse 11 (EF) in Kooperation mit anderen städtischen Gymnasien

Abiloympia

Unter dem Motto „Abilympia – dabei sein ist alles!“ nahmen 47 Abiturientinnen und Abiturienten des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums am Mittwoch, den 24.Juni 2020, stolz ihr Abiturzeugnis entgegen. In drei Gruppen, unter strenger Beachtung der Hygieneschutzmaßnahmen, konnte in der Effata-Kirche ein würdiger Rahmen für diesen wichtigen Moment geschaffen werden.

Die Zeugnisse und Rosen wurden von der neuen Schulleiterin Frau Langenberg gemeinsam mit den Jahrgangsstufenleiter Herrn Schulte-Wörmann überreicht. Weitere Geschenke und Zertifikate für besondere Leistungen folgten. Gleich mehrere Schülerinnen und Schüler konnten ihr Abitur mit herausragenden Leistungen abschließen, was die Leistungsfähigkeit dieser kleinen, aber feinen Stufe eindrucksvoll unter Beweis stellt. Ebenfalls nicht alltäglich ist sicherlich auch die Tatsache, dass die jüngste Abiturientin erst 16 Jahre alt ist. Gratulation!

„Die abilympische Fackel dieser Stufe wird in die nächste Q2 im Sinne der Schulgemeinschaft am Schlaun weitergetragen“, war sich Frau Langenberg sicher.

„Ich hätte euch gerne noch ein bisschen bei mir gehabt!“, stellte Herr Schulte-Wörmann in seiner Rede fest und betonte noch einmal den guten Zusammenhalt und das soziale Engagement der Stufe, welche in unterschiedlichen Bereichen das Schlaun als gemeinsamen Lebens- und Lernraum aktiv mitgestaltet hat. Ob in schulischen Gremien, bei der Vorbereitung und Durchführung von Sportwettkämpfen oder dem beliebten Music-Battle sowie als Sänger, Schulsanitäter, Schachspieler und vielem mehr – immer waren auch Schülerinnen und Schüler der Abiturientia federführend mit dabei!

Abilympia – sie waren nicht nur dabei, sondern sind auch alle echte Sieger!

Kultur am Schlaun

Die vier Siebtklässlerinnen und Siebtklässler Imran, Issa, Uaad und Maria, selbst aus einem anderen Kulturkreis nach Münster gekommen oder mit familiären Wurzeln in anderen Ländern, haben die Ausbildung zu Kultur-Übersetzern und zur Kultur-Übersetzerin absolviert und unterstützen nun Mitschülerinnen und Mitschüler bei der Integration.

Liebe geht durch den Magen. Und wenn der leer bleibt? Logisch: es entsteht nicht gerade Zuneigung. „Meine Freundin aus dem Iran war in einer deutschen Familie zu Besuch. Als ihre deutschen Gastgeber ihr etwas zu essen angeboten haben, lehnte sie erst ab. Im Iran macht der Gast das traditionell aus Höflichkeit – sogar mehrmals. Der Gastgeber weiß das und bietet immer wieder Erfrischungen an, bis der Gast annimmt. In der deutschen Kultur wird das Nein schneller respektiert, was Gastgeber und Gast meist wissen. Die iranische Freundin bei dem deutschen Gastgeber blieb jedoch hungrig – und enttäuscht von der deutschen Gastfreundschaft.“

Interessiert hören die vier Siebtklässlerinnen und Siebtklässler des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums der Sozialpädagogin Elisabeth zu. Sie erfahren, dass diese Befremdung von Migrantinnen und Migranten gegenüber einer neuen Kultur normal ist. Dass sie die zweite der vier Phasen ist, in denen Integration abläuft: 1. Begeisterung, 2. Krise, 3. Anpassung 4. Akzeptanz. Mehr noch: sie finden damit Worte für ihren eigenen Lebensweg, denn Imran, Issa, Uaad und Maria haben entweder selbst die Erfahrung gemacht, aus einem anderen Kulturkreis nach Münster gekommen zu sein, oder haben familiäre Wurzeln in anderen Ländern. Und nicht alle dieser Erfahrungen waren positiv, viele Missverständnisse konnten sie in ihren jungen Biographien schon erleben. Frustration ist ein häufiges Gefühl in dieser Phase der Krise.

Dass diese überwunden werden kann, ist nicht selbstverständlich und es braucht Hilfe dazu. Diese bei Mitschülerinnen und Mitschülern leisten zu können, ist Ziel der Ausbildung zum „Kultur-Übersetzer“ bzw. zur „Kultur-Übersetzerin“, einem Projekt vom Amt für Schule und Weiterbildung und dem Verein „Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung“ (ESE). Die Vier haben freiwillig eine Woche ihrer Ferien geopfert und wurden professionell geschult.

Als Kultur-Buddies, Paten für neu angekommene Schülerinnen und Schüler, wollen die Vier nun an der Schule helfen, dass das Kennenlernen und die Akzeptanz der neuen Kultur müheloser gelingen. Hilfestellung kann auch entscheidend für den Schulerfolg sein: „In meinem Land war es üblich, absolut still zu sein und zu warten, bis der Lehrer einen drannimmt. Hier dagegen muss man sich für eine gute Note regelmäßig beteiligen“, so Uaad aus dem Irak.

Wo ihre persönliche Heimat ist, das haben die Vier übrigens sehr unterschiedlich bewertet. Wie Georg von Oerzen sagte: „Wir sichern uns die Heimat nicht durch den Ort, wo, sondern durch die Art, wie wir leben“ – und mit den Menschen, die uns empfangen, mag man als Kultur-Übersetzerin oder Kultur-Übersetzer ergänzen.

Verabschiedung

Das Examen der Referendarinnen und Referendare liegt zwar schon einige Wochen zurück, eine offizielle Verabschiedung durch das ganze Kollegium war aber bisher aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Umso mehr freuten wir uns, dies zu Beginn der Lehrerkonferenz (selbstverständlich unter Einhaltung der geltenden Abstandsregelungen) in der vergangenen Woche nachholen zu können.

Das waren schon ganz besondere Bedingungen, unter denen unsere Referendarinnen und unser Referendar in diesem Frühjahr ihr Examen abgelegt haben. Marleen Feldmann (Mathematik / Sport) und Laura Riepe (Deutsch / Pädagogik) hatten einen frühen Examenstermin gewählt und konnten sich über ihre erfolgreich bestandenen Prüfungen zum Zweiten Staatsexamen Ende Februar und Anfang März freuen. Denn kurz danach wurde durch die Schulschließungen angesichts der Corona-Pandemie alles anders.

So war dann auch für Fabian Remkes (Deutsch / Sozialwissenschaften) und Dr. Viktoria Hartermann (Latein / evangelische Religion) das Examen ganz anders. Nachdem lange unklar war, wann und in welcher Form für sie die Zweite Staatsprüfung stattfinden werde, absolvierten sie sie als etwas, das man wohl als eine Variante der „Geisterspiele“ in der Bundesliga bezeichnen darf. Es galt, neben dem auch sonst üblichen Kolloquium in einem Vortrag vor der Prüfungskommission die für die Examensstunden bereits geplanten Stundenentwürfe zu erläutern und sozusagen diese Stunden ohne die eigentlich Beteiligten, die Schülerinnen und Schüler, zu halten. Keine leichte Aufgabe, die die beiden aber souverän meisterten, so dass auch sie das Zweite Staatsexamen erfolgreich bestanden haben.

Nun konnten drei von ihnen (mit Ausnahme von Laura Riepe, die bereits auswärts eine Stelle angetreten hat) zu Beginn der Lehrerkonferenz in der vergangenen Woche durch die Schulleitung, die Ausbildungsbeauftragte, die Vertreterinnen und Vertreter der Fachschaften und das ganze Kollegium verabschiedet werden. Auch das geschah in ungewöhnlichem Rahmen. Denn die Konferenz fand in der Alten Turnhalle statt, damit die Abstandsregeln eingehalten werden konnten. Gerade deswegen war die Freude umso größer, dass die Verabschiedung in so großer Runde überhaupt stattfinden konnte, und alle gratulierten ganz herzlich zum bestandenen Examen.

Für die private und berufliche Zukunft wünschen wir den Vieren alles Gute!

Zeit des Abschieds

Manche wird die Email von Angelika Elsermann am späten Montagnachmittag, mit der sie ihren Abschied als stellvertretende Schulleiterin des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums ankündigte, überrascht haben. Denn plötzlich ging alles ganz schnell: Am Montag kam die Information, dass sie ab sofort ihren Dienst als neue Schulleiterin des Hannah-Arendt-Gymnasiums in Lengerich antreten darf.

Bereits am Dienstag war es so weit: Angelika Elsermann übernahm ihre neue Aufgabe. Auch wenn der Abschied jetzt ganz schnell kam, möchte sie sich von allen Mitgliedern der Schulgemeinde, Schülerinnen und Schülern, Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Kolleginnen und Kollegen, verabschieden. Damit hat sie in den vergangenen Tagen bereits begonnen. Doch Abschiednehmen in Corona-Zeiten ist gar nicht so einfach. Auch die Schulgemeinde möchte ihre beliebte stellvertretende Schulleiterin gerne gebührend verabschieden, die Abstandsregeln machen das schwierig. Aber wir sind kreativ und werden dafür eine gute Lösung finden.

Ein erster Baustein des Abschieds ist das Gespräch, zu dem wir uns spontan verabredet haben, um für die Homepage einen Rückblick auf ihre Zeit am Schlaun zu halten.

Erinnern wir uns: Als Angelika Elsermann vor gut sechseinhalb Jahren ihre Stelle als stellvertretende Schulleiterin des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums mit großer Zustimmung der Gremien antrat, übernahm sie keine leichte Aufgabe: zu tief saß an der Schule noch der Schock über den plötzlichen Unfalltod von Monika Hermans. Sie musste in große Fußstapfen treten. Doch mit ihrer ruhigen, zugewandten, beharrlichen und sehr durchdachten Art hat sie sich den Respekt aller Mitglieder der Schulgemeinde erworben.

Für ihre Aufgabe brachte sie vielfältige berufliche Erfahrungen mit. Mit ihren Fächern Französisch, Italienisch, Deutsch und Deutsch als Zweitsprache waren Aufgaben wie die Koordination von Austauschen und die der modernen Fremdsprachen an früheren Schulen beinahe eine Selbstverständlichkeit. Dazu kamen aber auch Erfahrungen in der Schulorganisation durch ihre Mitarbeit in der Koordination der Oberstufe und der Lehrerausbildung als Ausbildungsbeauftragte und als Mitglied der Steuergruppe ebenso wie ihre Tätigkeiten als Fachkoordinatorin bei der Bezirksregierung und als Netzwerkmoderatorin im Bereich der Schulentwicklung. Ein reichhaltiger Erfahrungsschatz nach mittlerweile beinahe 30 Jahren im Schuldienst, der ihr, bereichert durch die Erfahrungen, die sie am Schlaun gemacht hat, sicherlich auch bei ihrer neuen Aufgabe als Schulleiterin zugutekommen wird. Immerhin konnte sie diese Aufgabe in den gut zweieinhalb Monaten als kommissarische Schulleiterin nach der Pensionierung von Herrn Dr. Jansen schon einmal „trainieren“.

In ihrer Zeit am Schlaun hat sie in den zurückliegenden Jahren in den verschiedenen Gremien und auf unterschiedlichen Ebenen entscheidend dazu beizutragen, die Schule weiterzuentwickeln. Es gab viel zu bearbeiten. Nicht nur schwierige Themen wie Inklusion und Integration und die Organisation des DaZ-Bereichs, auch die Weiterentwicklung des Schulprogramms und eine Qualitätsanalyse standen an. So wurde es nie langweilig. Nahezu unermüdlich war ihr Arbeitspensum, gerade in ihrer Zeit als kommissarische Schulleiterin, die ja ganz wesentlich durch die Coronakrise geprägt war.

Die starke Schulgemeinschaft sieht sie als eine wertvolle Voraussetzung für gemeinsame Anstrengungen. Diese und die Gestaltungsräume, die sich ihr hier eröffneten, hat sie am Schlaun immer geschätzt. Und das nimmt sie auch vom Schlaun für ihre neue Aufgabe mit. Menschen, große wie kleine, sind wichtig, sagt sie. Dass sie ihr am Herzen liegen, hat man immer gespürt, gerade in den Bereichen der Inklusion und der Integration mit insgesamt zwei Internationalen Klassen, die das Schlaun während ihrer Zeit als Aufgaben zugewiesen bekommen hatte. Ihr ging es darum, allen Schülerinnen und Schülern Chancen zu eröffnen.

Und was wird sie am meisten vermissen? Die kurzen Wege, sagt sie, und das gute Miteinander. Deshalb gilt ihr Dank den Schülerinnen und Schülern für das Vertrauen, das sie ihr entgegengebracht haben, den Eltern für die unkomplizierten Kommunikationswege, die konstruktive Mitarbeit in den Schulentwicklungsprojekten und dem Kampfgeist für die Renovierung der Schule und nicht zuletzt dem Kollegium für die großartige Unterstützung im täglichen Miteinander.

Auch wir als Schulgemeinschaft danken Angelika Elsermann und wünschen ihr von Herzen alles Gute für ihre neue Aufgabe, viel Erfolg und ein glückliches Händchen bei allen Entscheidungen!