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Autor: Margarete Schnieders-Milden

Mentale Stärke im Schulalltag – Besuch von Christian Pander am Schlaun-Gymnasium

Eingeladen wurde er von unseren Schulsozialpädagoginnen, denn das Thema mentale Gesundheit spielt am Schlaun-Gymnasium eine zentrale Rolle. Gemeinsam wollten wir der Frage nachgehen, welche Strategien aus dem Leistungssport helfen können, um auch im schulischen Alltag besser mit Druck und Erwartungen umzugehen.

Teilgenommen haben Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 5 bis Q2, die die Gelegenheit nutzten, offen und interessiert ihre Fragen zu stellen. Unsere Erwartungen wurden dabei mehr als übertroffen: Christian Pander begegnete den Jugendlichen äußerst nahbar, authentisch und wertschätzend. Er ging auf jede Frage ein und schaffte es, seine Erfahrungen so zu vermitteln, dass alle sich angesprochen fühlten.

Besonders eindrucksvoll war, wie bildlich und verständlich er seine Gedanken erklärte. Die Schülerinnen und Schüler nahmen viele praktische Impulse mit – zum Beispiel, sich kleine, erreichbare Ziele zu setzen, um Erfolge bewusster wahrzunehmen, oder Herausforderungen anzunehmen, ohne diese direkt zu katastrophisieren.

Ein weiterer zentraler Gedanke war, dass Lebenswege selten geradlinig verlaufen: Rückschritte gehören ebenso dazu wie Erfolge. Entscheidend ist, nach Misserfolgen nicht aufzugeben, sondern weiterzugehen und an sich zu glauben. Christian Pander machte deutlich, dass es niemals ein Zeichen von Schwäche ist, sich Unterstützung zu holen – im Gegenteil: Hilfe anzunehmen ist ein Ausdruck von Stärke und Selbstverantwortung.

Auch im Umgang mit Druck vermittelte er eine wichtige Haltung: Jeder und jede muss für sich selbst entscheiden, wie mit Belastungen umgegangen wird. Druck kann dabei auch als Ansporn und Chance verstanden werden – als „Geschenk“, aus dem persönliches Wachstum entstehen kann.

Deutlich wurde insgesamt: Mentale Gesundheit ist im Profisport ebenso wichtig wie in der Schule. Der Umgang mit Erwartungen, Leistungsanforderungen und unterschiedlichen Persönlichkeiten gehört in beiden Bereichen zum Alltag. Sowohl Lehrkräfte als auch Trainerinnen und Trainer stehen vor der Herausforderung, jedes Individuum wahrzunehmen und bestmöglich zu begleiten.

Die Veranstaltung war für alle Beteiligten eine große Bereicherung und hat uns sehr bewegt zurückgelassen. Wir sind Christian Pander äußerst dankbar, dass er sich trotz seines vollen Terminkalenders die Zeit für unsere Schülerinnen und Schüler genommen hat.

Schlaun-Beitrag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Die zentrale Gedenkveranstaltung stand unter dem Leitthema „Heimat … Flucht und Exil“ und brachte zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus ganz Münster zusammen.

Schon zu Beginn wurde uns durch das Läuten der Peace Bell bewusst, dass dieser Vormittag etwas Besonderes ist. In den anschließenden Begrüßungen durch den Regierungspräsidenten Andreas Bothe und den Oberbürgermeister Tilman Fuchs wurde betont, wie wichtig es ist, sich auch heute aktiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Besonders eindrucksvoll fanden wir die Beiträge der verschiedenen Schulen. In Interviews, Gedenkbeiträgen, Musik und Lyrik wurden einzelne Schicksale und unterschiedliche Opfergruppen des Nationalsozialismus sichtbar gemacht. Die Mischung aus historischen Inhalten und kreativen Darstellungsformen machte deutlich, was Begriffe wie Verfolgung, Flucht, Exil und Verlust von Heimat für die Betroffenen bedeuteten. Vor allem die Gedenkminute und der Vortrag eines Gedichts von Mascha Kaléko sorgten für einen sehr stillen und nachdenklichen Moment.

Unser eigener Beitrag als Schlaun-Gymnasium knüpft an diese Themen an. Im Geschichte-Zusatzkurs beschäftigen wir uns mit Erinnerungsorten zum Holocaust in Münster und entwickeln einen Stadtrundgang mit Audioguide, der Schülerinnen und Schülern einen Zugang zur lokalen Geschichte ermöglichen soll. Dabei wird deutlich, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht nur „irgendwo anders“, sondern auch direkt vor unserer Haustür stattgefunden haben.

Die Teilnahme am gemeinsamen Gedenktag hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, Erinnerung lebendig zu halten und sie mit unserer eigenen Gegenwart zu verbinden. Gerade heute, wo Ausgrenzung und Antisemitismus wieder zunehmen, ist es entscheidend, hinzuschauen, nachzufragen und Haltung zu zeigen. Der Gedenktag war für uns nicht nur ein Rückblick auf die Vergangenheit, sondern auch ein Appell und eine Mahnung an uns als junge Generation.

Ein herzliches Dankeschön für diesen Beitrag geht an Lilly Elmenhorst, Victoria Wasin, Aleksander Hugenroth und Hassan Charafeddine aus dem Geschichte-Zusatzkurs der Q2!

Ministerin im Dialog: Austausch auf Augenhöhe am Schlaun-Gymnasium

Im Rahmen des neuen Formats „Ministerin im Dialog“ kamen rund 90 Schülerinnen und Schüler aus 20 verschiedenen Münsteraner Schulen zusammen, um sich direkt mit der Ministerin auszutauschen.

In einem als Barcamp organisierten Format entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Fragestellungen zu zentralen Themen wie mentaler und körperlicher Gesundheit, individueller Förderung, Bildungsgerechtigkeit, dem Notensystem und persönlichen Belastungen im Schulalltag. Über zwei Stunden hinweg stellte sich Dorothee Feller diesen Fragen und ging offen auf Wünsche, Kritikpunkte und Anregungen der Jugendlichen ein.

Der lebendige Austausch zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Beteiligung, Mitbestimmung und ernsthafte Gesprächsräume für junge Menschen sind. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit engagiert und reflektiert, ihre Perspektiven einzubringen.

Wir bedanken uns herzlich bei Frau Ministerin Feller für ihren Besuch und die Zeit für diesen wertvollen Dialog. Unser besonderer Dank gilt außerdem Outlaw sowie den Schülerinnen und Schülern des Schlaun-Gymnasiums, die die Organisation und Moderation dieser gelungenen Veranstaltung übernommen haben.

Gemeinschaftserfolg und Einzelerfolge beim Informatik-Biber 2025

Wo befindet sich Asterios’ Drache? In welcher Reihenfolge muss ich Adventskerzen anzünden, damit sie gleichmäßig herunterbrennen? Nach welchem Plan funktioniert die Zubereitung des südkoreanischen Gerichts Bibimbap am schnellsten? Beim Informatik-Biber 2025 setzten sich Schülerinnen und Schüler mit altersgerechten informatischen Fragestellungen auseinander, spielerisch und wie selbstverständlich. Die insgesamt 37 Aufgaben stammen aus 20 Ländern, neben Deutschland unter anderem aus Brasilien, Griechenland, Neuseeland, Portugal, Puerto Rico und Zypern.

Teilgenommen haben 580.960 Kinder und Jugendliche an deutschen Schulen im In- und Ausland. Daran hatte das Johann-Conrad-Schlaun Gymnasium einen großen Anteil: 472 und damit 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums nahmen vom 10. bis 21. November am Informatik-Biber teil. Das ist eine der höchsten Teilnahmequoten aller 3.224 mitwirkenden Bildungseinrichtungen. Für dieses Engagement wird die Schule von BWINF ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld in Höhe von 200 Euro.

„Wir danken dem Johann-Conrad-Schlaun Gymnasium, allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern und insbesondere den verantwortlichen Lehrkräften für ihr großartiges Engagement anlässlich des diesjährigen Informatik-Biber. Der Wettbewerb hat das Ziel, junge Menschen für Informatik zu begeistern. Mit der herausragenden Teilnahmequote wurde dieses Ziel am Schlaun mehr als erfüllt“, erklärt BWINF-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Pohl. „Wir sind stolz darauf, beim Thema Informatik zu den engagiertesten Schulen im Bundesgebiet zu zählen“, freut sich Schulleiterin Sabine Langenberg.

Der Informatik-Biber weckt nicht nur das Interesse am Fach, sondern ist für viele Schülerinnen und Schüler auch der erste Schritt in der Auseinandersetzung mit Informatik. „Der Wettbewerb verlangt keine Vorkenntnisse, sondern ist allein mit logischem und strukturellem Denken zu bewältigen,“ so der BWINF-Geschäftsführer. „Dieses informatische Denken wird immer wichtiger für eine aktive Beteiligung an der modernen Gesellschaft.“ Als Breitenwettbewerb angelegt, ermöglicht der Biber zum einen die Teilnahme vieler Schülerinnen und Schüler, zum anderen dient er Lehrkräften, Eltern und auch den Kindern selbst, Begabungen zu erkennen.

Und auch in der Einzelwertung zeigten sich Schlaunschüler als sehr erfolgreich: Ben Schulze-Bell (5C) und Julius Borchard (6A) erreichten jeweils einen ersten Platz beim Informatik Biber 2025. Damit gehören Sie zu den Top 2% in Deutschland in ihrer Altersklasse. Herzlichen Glückwunsch!

Erfolgreich im Philosophie-Wettbewerb

Diesen Aphorismus nahm Zewa Al Sino (Q2) zum Anlass für ihren philosophischen Essay. In ihrem mutigen und kritischen Aufsatz prüft Zewa den Erkenntniswert und die Überzeugungskraft der stoischen Ethik. Im Rahmen ihrer intensiven Auseinandersetzung mit Epiktet resümiert sie: “Die persönlichen Erfahrungen des Scheiterns, der Vorurteile und der inneren Leere führen alle zum Kern von Epiktets Lehre zurück: Die meisten menschlichen Leiden entstehen nicht aus dem, was passiert, sondern aus dem, was wir darüber denken. […] Nicht das, was geschieht, bestimmt unser Leben, sondern was wir darüber denken, und ob wir den Mut haben, es täglich neu zu denken.“

Die Jury des Wettbewerbs Philosophischer Essay hat den Essay derweil mit einer Urkunde ausgezeichnet, die von der Bezirksregierung an das Schlaun überstellt wurde. Geprüft wurden das philosophische Verständnis des Themas sowie die argumentative Überzeugungskraft, Kohärenz und Originalität des Essays. Schulleiterin Sabine Langenberg und Philosophielehrer Carsten Rothaus gratulierten im Namen der Schulgemeinde: Liebe Zewa, gut gedacht und stark gemacht!

Kleine Architektur, große Träume

Die Klasse 9B steckt mitten in einem spannenden Zehn-Wochen-Projekt rund um Architektur – und zeigt dabei, dass große Veränderungen manchmal auf nur 25 Quadratmetern Platz haben. Unter der Leitung der Architektin Frau Inge Tümmers und der Förderung durch das Land NRW und die Architektenkammer NRW entwerfen die Schülerinnen und Schüler kleine Gebäude, die im öffentlichen Raum für frischen Wind sorgen sollen: vom nachhaltigen Mini-Pavillon bis zum engagierten Kiosk für die Nachbarschaft.

Die Aufgabe klingt simpel, hat es aber in sich: Wie kann ein kleines Gebäude etwas für Klima, Gemeinwohl und Stadtbild bewirken? Die Schülerinnen und Schüler suchen Antworten direkt in ihrer Umgebung – auf  Münsteraner Plätzen, Straßen oder in Nachbarschaft zum Aasee– und entwickeln dort Ideen, die sowohl praktisch als auch schön anzusehen sind.

Parallel dazu durfte die 9B im LWL-Museum Papier zum Leben erwecken. Im Workshop zur Ausstellung „Picasso – Kirchner“ entstanden fantasievolle Papierarchitekturen: ein Dorf mit allem Drum und Dran– und eine Skyline, die fast schon nach Wolkenkratzern ruft.

So wachsen gerade viele kleine Modelle – und große Visionen. Wir freuen uns schon auf die Präsentation der Ergebnisse!