Abschlussfahrt der 10. Klassen nach Berlin – Fünf Tage zwischen Geschichte, Politik und Großstadtflair

Vom 6. bis zum 10. Juli 2026 tauschten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums ihre Klassenzimmer gegen die deutsche Hauptstadt ein.

Auf dem Programm standen politische Bildung, spannende Einblicke in die deutsche Geschichte, zahlreiche Sehenswürdigkeiten und natürlich jede Menge gemeinsame Erlebnisse.

Schon früh am Montagmorgen traf sich die Reisegruppe um 6 Uhr in der Eingangshalle des Münsteraner Hauptbahnhofs. Trotz der ungewohnten Uhrzeit war die Stimmung bestens, und pünktlich um 6:24 Uhr setzte sich der Zug Richtung Berlin in Bewegung. Nach der Ankunft um 9:45 Uhr ging es direkt weiter zur ersten Erkundungstour. Während einer Stadtrundfahrt unter dem Motto „Berlin im Überblick“ konnte die Gruppe viele bekannte Sehenswürdigkeiten entdecken – vom Brandenburger Tor bis zum Fernsehturm.

Nach dem Einchecken im Hotel ging es los zu einer ersten Stadterkundung rund um Reichstag, Brandenburger Tor und der Prachtstraße Unter den Linden. Die Schülerinnen und Schüler hatten in der Schule zuvor Referate zu wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbereitet, die sie während ihres Aufenthalts in Berlin an den entsprechenden Orten präsentierten. Dann gab es Gelegenheit, die Umgebung auf die eigene Faust zu erkunden und erste Eindrücke vom Berliner Großstadtleben zu sammeln.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der deutsch-deutschen Geschichte. Am Vormittag besuchten die Schülerinnen und Schüler die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Die Führung durch das ehemalige Untersuchungsgefängnis der DDR vermittelte eindrucksvoll, wie politische Verfolgung und Überwachung in der deutschen Teilungsgeschichte funktioniert haben. Am Nachmittag folgte eine weitere wichtige Station: die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Dort wurde anschaulich deutlich, welche Auswirkungen die Teilung Berlins auf das Leben der Menschen hatte.

Auch am Mittwoch blieb die Vergangenheit präsent. Nach dem Frühstück führte eine Führung zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren mehr über die Bedeutung des Mahnmals und besuchten anschließend den Ort der Information. Die intensive Auseinandersetzung mit den Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur hinterließ bei vielen bleibende Eindrücke. Danach lockerte ein Stadtbummel mit freier Zeit das Programm auf. Am Abend wartete ein besonderes Highlight: die Führung durch die Berliner Unterwelten. Ob Bunker, U-Bahn-Anlagen oder Relikte aus dem Kalten Krieg – die verborgenen Seiten Berlins sorgten für Spannung und so manche Überraschung.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Politik. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Nacke besuchte die Gruppe den Deutschen Bundestag. Neben der Teilnahme an einer Plenarsitzung hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit dem Abgeordneten persönlich ins Gespräch zu kommen und Fragen zu aktuellen politischen Themen zu stellen. Für viele war es beeindruckend, Politik dort zu erleben, wo wichtige Entscheidungen für das ganze Land getroffen werden. Nach dem gemeinsamen Besuch der gläsernen Kuppel des Reichstagsgebäudes und einem gemeinsamen Essen im Besucherrestaurant des Paul-Löbe-Hauses blieb noch Zeit, die Stadt weiter zu erkunden und sich für den Abend schick zu machen. Denn bei der Schülerdisco „Dlight Party“ im Berliner Club Matrix wurde am letzten Abend gefeiert und getanzt.

Am Freitag hieß es schließlich Abschied nehmen. Nach dem Frühstück und Packen konnten die Schülerinnen und Schüler bei einem letzten Stadtrundgang noch einmal Berliner Luft schnuppern, Souvenirs kaufen oder Lieblingsorte besuchen, bevor sie die Heimreise nach Münster antraten.

Was bleibt sonst noch zu sagen? Die Großstadt Berlin stellte eine Reihe Schülerinnen und Schüler vor ganz neue Herausforderungen: sich in einer so großen Stadt zu orientieren (Ja, es gibt in Berlin nicht nur eine Bernauer Straße.), den ÖPNV zu nutzen (Tickets müssen bei Antritt der Fahrt gestempelt werden, das geht aber nicht immer im Zug.) oder auch in die S- oder U-Bahn ein- und auszusteigen (Da kann sich auch schon einmal eine Tür schließen, bevor die ganze Gruppe eingestiegen ist, oder die Ausstiegshaltestelle so schnell kommen, dass sie schlafend verpasst wird.) – täglich konnten Schülerinnen und Schüler Erfahrungen fürs Leben sammeln.

Letztendlich bot die Berlinfahrt weit mehr als nur einen Tapetenwechsel. Sie verband spannende Einblicke in Geschichte und Politik mit vielen gemeinsamen Erlebnissen, die sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden. Für die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen war die Abschlussfahrt ein gelungener Abschluss ihrer gemeinsamen Mittelstufenzeit – lehrreich, abwechslungsreich und vor allem unvergesslich!

12. Juli 2026