Sie befinden sich hier

Archiv:

 

Inhalt

Aktuell vom Schlaun

11.07.2017 07:30

Was Steine erzählen - Auf den Spuren römischen Lebens in Köln

Die Lateinschülerinnen und Lateinschüler der Klasse 8 machten sich auf den Weg nach Köln, um dort auf den Spuren der alten Römer Eindrücke vom Leben in den römischen Provinzen zu gewinnen.

Kategorie: Schlaun_Aktuell

„Eigentlich haben wir doch nur einige Steine gesehen oder – im Falle des Prätoriums -  sogar ziemlich viele“, so die Meinung der Achtklässlerinnen und Achtklässler zur Kölnexkursion, „aber dass diese Steine ganz viel über Alltag und Festtag im römischen Köln erzählen, war eine interessante Erfahrung.“ So zeigen gerade die Abbildungen auf Grabsteinen, zu welcher Gesellschaftsschicht der Verstorbene gehörte, wie die Menschen sich damals kleideten, wie und was sie aßen und tranken und welche Berufe sie ausübten. Die Ruderer auf dem Grabstein mussten hart arbeiten, hatten richtig Muskeln, schwitzten stark, sofern sie nicht im Fahrtwind saßen, und ruderten deshalb mit freiem Oberkörper. Ihr Anführer ist mit einer Tunika bekleidet und steht schon rein optisch über ihnen. Um Steine zum Sprechen zu bringen, muss man also genau hinsehen. Das vermittelte eine Museumsexpertin den Jugendlichen anschaulich auf dem Rundgang durch die Ausstellung im Römisch-Germanischen Museum.

Anschließend ging die Führung weiter im Prätorium, dem Amtssitz des Statthalters der römischen Provinz Niedergermanien in der „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“, wie Köln zur Römerzeit hieß. Auch wenn fünf Meter unter dem heutigen Straßenniveau nur noch die Grundmauern zu sehen sind, erzählen auch diese Steine Geschichten: von den unterschiedlichen Bauphasen, den insgesamt vier Bauten des Prätoriums zwischen dem ersten bis vierten Jahrhundert nach Christus, guter Planung mit festen Fundamenten auf dem sumpfigen Untergrund in der Nähe des Rheinufers, aber auch vom Pfusch am Bau, da die Mauersteine an einigen Stellen nicht versetzt aufeinander gemauert wurden.

Und Köln zur Römerzeit war auch ganz modern. Abwasserkanäle gab es im mittelalterlichen Köln nicht, wohl aber als die Römer dort herrschten. Der 150 Meter lange Gang durch den 1, 20 Meter breiten, ungefähr mannhohen und heute natürlich stillgelegten Abwasserkanal in zehn Meter Tiefe zeigte die Baukunst der Römer. Sie bauten das Gewölbe, das heute noch stabil ist, mörtellos. Diese Baukunst war dann übrigens auch Vorbild der Ingenieure, die im 19. Jahrhundert Köln wieder mit einem Abwassersystem versahen und sich dabei aufmerksam ansahen, wie die Römer es gemacht hatten.

Schon bei ihrer Ankunft hatten die Schülerinnen und Schüler mit den begleitenden Lehrkräften Frau Schnieders-Milden und Herrn Menze Kölns berühmtestem Bauwerk, dem Dom, eine Stippvisite abgestattet. Bevor es wieder mit dem Zug zurück nach Münster ging, durfte aber auch ein Einkaufsbummel in der Kölner Fußgängerzone nicht fehlen. Dabei machten die Schülerinnen und Schüler nicht nur diverse Schnäppchen oder ließen sich die Donuts einer bekannten Kette schmecken, sondern begegneten auch einem You-Tube-Star, Bianca Heinicke von „BibisBeautyPalace“, die dort ein Video für ihren You Tube-Kanal drehte. Köln ist also eine Stadt, die antikes und modernes Leben spannend und harmonisch vereint!

 

 

Kontextspalte