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Aktuell vom Schlaun

11.07.2018 09:08

Kunst und Zeitzeugenberichte im Lazarettbunker

Am 28. Juni fand eine Vernissage der Q1-Kunstgrundkurse im Münsteraner Bunker an der Lazarettstraße im Kreuzviertel statt. In diesem Rahmen wurden auch Zeitzeugenzitate vorgetragen, welche von Schülerinnen des Pädagogik-LKs transkribiert wurden.

Kategorie: Schlaun_Aktuell

Das Projekt war eine Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, vertreten durch Frau Karliczek, und dem Johann-Conrad-Schlaungymnasium sowie der Marienschule, deren Q1-Geschichtsgrundkurs sich ebenfalls mit Zeitzeugenzitaten zur Geschichte des Bunkers beschäftigt hat.

Das Baudenkmal Lazarettbunker ist normalerweise nur am „Tag des offenen Denkmals“ für die Öffentlichkeit zugänglich. Für das Schulprojekt wurde eine Ausnahme gemacht. Zu Beginn der Unterrichtsreihe der Kunstkurse stand eine sehr informative Führung von Herrn Burrichter, Mitglied des Denkmalvereins. Auf diesem Hintergrund als auch auf den Eindrücken der berührenden Zeitzeugenzitate wurden viele interessante erste Ideen für ortsbezogene Arbeiten entwickelt, wobei die Technik frei wählbar war. Im Kunstunterricht haben die Schülerinnen und Schüler Strategien aktuell arbeitender Künstlerinnen und Künstler kennen gelernt und so ihre Gestaltungsmöglichkeiten erweitert. Die Ideen wurden in Einzel- und Gruppenarbeit immer weiterentwickelt, so dass insgesamt 46 sehr unterschiedliche und individuelle gestalterische Arbeiten entstanden sind.

Während des Unterrichts entwickelten sich intensive Ateliergespräche zwischen den Schülerinnen und Schülern, in denen z.B. sorgfältig verschiedene Präsentationsmöglichkeiten gegeneinander abgewogen wurden.

So konnten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher z.B.  verschiedene Lichtinstallationen in den kleinen dunklen Räumen bewundern, eine Tonplastik einer abstrahiert dargestellten, aneinander gedrängten Familie, Installationen zum Thema Sauerstoff- und Platzmangel, eine vermeintliche Kinderzeichnung, Tonbandaufnahmen von Interviews mit Großeltern, Zeichnungen zum Thema „Angst“ und ein Video mit wackliger Kameraführung und Bombenlärm im Hintergrund, um nur einige zu nennen.

Am Tag der Vernissage wurden die Gäste, unter ihnen auch einige Zeitzeugen, von Bürgermeisterin Karin Reismann begrüßt. Weiterhin sprachen Herr Dr. Jansen, der persönliche biografische Bezüge zwischen seinen Eltern bzw. Großeltern und dem Lazarettbunker herstellte, sowie Herr Fischedick, der Schulleiter der Marienschule. Frau Karliczek von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stellte schließlich heraus: „Es wird nicht nur der Kopf, sondern es werden auch die Emotionen angesprochen, und das macht Lernen erst einprägsam. So ein Denkmal ist unvergleichlich wirkungsvoller als jedes Geschichtsbuch.“

 

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