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Aktuell vom Schlaun

01.02.2019 09:36

Holocaust-Gedenktag: Wir erinnern an Erich Waldeck!

Auf den ersten Blick war Erich Waldeck (geb. 1915) ein typischer „Schlaunianer“. In seinen Lebenserinnerungen erzählt er, dass er gerne zur Schule ging, dort nette Freunde hatte und viel Sport trieb. Erich Waldeck besuchte das Schlaun von 1925 bis 1932. Als Jude wurde er auf Grund seines Glaubens ab 1930 zunehmend diskriminiert und isoliert.

Kategorie: Schlaun_Aktuell

Anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktag (27. Januar, Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee 1945) erforschte der Zusatzkurs Geschichte (Q2) unter der Leitung von Herrn Rothaus und Frau Bramann das Schicksal von Erich Waldeck und seiner Familie. Ausgewertet wurden unter anderem Schulleitungsberichte und Zeugnisse, die bis heute im Schularchiv verwahrt sind. Die Ergebnisse präsentiert der Kurs in einer Ausstellung, die im 1. Obergeschoss des Schulflures, gegenüber den Vogelkästen, zu sehen ist. Dort können auch Ausschnitte aus einem Interview von 1997 angesehen werden, in dem Erich Waldeck – mittlerweile in den USA lebend – von seinen Erlebnissen am Schlaun-Gymnasium berichtet. Fühlte er sich zunächst gut aufgehoben, wurde der junge Erich ab 1930 von Lehrern angefeindet, schlecht behandelt und ausgegrenzt. 1936 wanderte er aus, um in Palästina ein Leben ohne Antisemitismus führen zu können. Seine Eltern, Carl und Henny Waldeck, hielten diesen Schritt für falsch. Später wurden sie in Münster entrechtet, enteignet, schließlich deportiert und umgebracht. Erich Waldeck berichtet, wie er verzweifelt versucht habe, seinen Eltern die Ausreise zu ermöglichen.

Am Montag, 28.01., zeigte der Zusatzkurs Teile der Ausstellung im Rathausinnenhof. Dort hatten sich verschiedene Schulen zum gemeinsamen Gedenken an die Opfer des Holocaust versammelt. Der Oberbürgermeister bedankte sich bei allen Schulen und Lerngruppen für ihr Engagement. Angesichts des Rechtspopulismus sei es wichtig, der Relativierung des Holocaust und der Diffamierung der Erinnerungskultur entgegenzutreten. Der Geschichtskurs am Schlaun hat hier ein deutliches Zeichen gesetzt: Gegen Vergessen und Rassismus – für Menschenrechte und Demokratie!


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